Li Xiong, ehemaliger Vorsitzender des chinesischen Krypto-Unternehmens Huione Group, wurde am 1. April 2026 von Phnom Penh nach Beijing ausgeliefert.
Li Xiong, 41, ehemaliger Vorsitzender des chinesischen Unternehmens Huione Group und zentraler Mitglied der von chinesischen Behörden als Chen-Zhi-Syndikat bezeichneten kriminellen Gruppe, wurde am 1. April 2026 von Phnom Penh nach Beijing ausgeliefert. Die Auslieferung erfolgte auf Grundlage eines chinesischen Auslieferungsersuchens nach einer gemeinsamen Untersuchung mit kambodschanischen Behörden. Li wurde shavenköpfig und Handschellen an einem China-Southern-Airlines-Flugzeug in Peking abgesetzt und von Mitarbeitern des chinesischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit begleitet.
Huione Group fungierte als Zahlungsinfrastruktur für das chinesische Prince Group, das von Chen Zhi kontrolliert wurde. Das Unternehmen verarbeitete laut Elliptic-Analysen über 89 Milliarden US-Dollar an Kryptoassets durch die größte je identifizierte illegale Online-Marktplace. Dieser Volumenwert übertrifft die Transaktionszahlen der meisten regulären Krypto-Börsen und diente vor allem der Geldwäsche für „Pig-Butchering“-Betrugsfälle sowie nordkoreanischen Cyber-Diebstählen.
Die US-Finanzkriminalbehörde FinCEN hatte im Oktober 2025 US-Banken angewiesen, alle Konten und Zahlungen mit Huione Group zu sperren. Die Auslieferung Li Xions folgt der Festnahme von Chen Zhi im Januar 2026 und stellt einen Schritt in einer koordinierten top-down-Strategie dar, bei der chinesische Behörden systematisch die Führungsebene des Syndikats zerschlagen. Die chinesische Regierung hat bereits angekündigt, weitere Ermittlungen und Festnahmen im Syndikat fortzusetzen, wobei als nächstes wahrscheinlich Prince-Group-Subsidärn Ziel sein werden.
Die Extradition unterstreicht die wachsende internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Krypto-basierte Geldwäsche, insbesondere im Kontext von staatlich geförderten Cyber-Operationen. Sie dient als klares Signal für Finanzinstitute, dass Verbindungen zu Huione Group erhebliche rechtliche Risiken mit sich bringen. Die nächsten Schritte der chinesischen Behörden werden voraussichtlich weitere Verhaftungen und Vermögensbeschlagnahmungen im Rahmen der Chen-Zhi-Syndikat-Ermittlungen umfassen.