Alabama hat als zweiter US-Bundesstaat DAOs rechtliche Persönlichkeit und Steuerrahmenbedingungen gewährt. Die DUNA Act-Regelung ermöglicht es DAOs, als unabhängige Entitäten zu handeln, ohne persönliche Haftung der Mitg...
Alabama hat am 1. April 2026 als zweiter US-Bundesstaat nach Wyoming das DUNA Act (Senate Bill 277) unterzeichnet, das dezentralen autonomen Organisationen (DAOs) rechtliche Persönlichkeit verleiht. Die Gesetzgebung ermöglicht es DAOs, Eigentum zu besitzen, Verträge abzuschließen, Bankkonten zu eröffnen und gerichtlich vorzugehen – unabhängig von ihren Mitgliedern.
Mit einem geschätzten Krypto-Treasury-Volumen von 24,5 Milliarden Dollar über 6,5 Millionen Token-Inhaber löst die Regelung eine langjährige Rechtsunsicherheit. Sie schützt individuelle Mitglieder vor persönlicher Haftung, wie sie im Fall der Ooki DAO 2024 entstand, als Teilnehmer vor CFTC-Verstößen persönlich haftbar gemacht wurden.
Zur Qualifizierung benötigt eine DAO mindestens 100 Mitglieder mit einem gemeinnützigen Zweck, wie der Verwaltung eines Blockchain-Protokolls. Die Abstimmung und Governance können vollständig on-chain erfolgen, wobei alle Prozesse transparent auf der Blockchain protokolliert werden.
Im Vergleich zu Wyonings DAO-LLC-Gesetz aus 2021, das gewinnorientierte Strukturen anspricht, ist Alabamas Modell explizit nonprofit ausgerichtet. Eine Dividendenausschüttung ist nicht vorgesehen, jedoch können DAOs kommerzielle Aktivitäten zur Protokollfinanzierung betreiben.
Die Verabschiedung erfolgte mit einer 82-7-Mehrheit im Repräsentantenhaus, was auf breite bipartisanische Unterstützung hindeutet. Beobachter erwarten Registrierungen großer Projekte wie Lido im zweiten Quartal 2026 sowie ähnliche Gesetze in Tennessee und New Hampshire.
Die Entwicklung steht im Kontext weiterer US-Regulierungsinitiativen, darunter Ripple’s Bemühungen um Bundesbankstatus und bundesweite Stablecoin-Rahmenbedingungen. Die langfristige Wirksamkeit der DUNA Act bleibt jedoch von der zukünftigen federalen Haltung gegenüber DAOs abhängig.