Die demokratische Abgeordnete Maxine Waters hat den Präsidenten der Federal Reserve Bank von Kansas City zu einer detaillierten Offenlegung der Entscheidung über den Master-Account von Kraken Financial aufgefordert.
Die demokratische Abgeordnete Maxine Waters, ranghöchste Demokratin im Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses, hat den Präsidenten der Federal Reserve Bank von Kansas City, Jeff Schmid, in einem offiziellen Schreiben aufgefordert, die Entscheidung über den Master-Account von Kraken Financial zu erläutern. Waters setzte eine Frist bis zum 10. April und verlangt Auskunft darüber, welche Fed-Dienstleistungen Kraken nutzen kann, welche Beschränkungen gelten und welche Anti-Geldwäsche- sowie Verbraucherschutzmaßnahmen vor der Genehmigung geprüft wurden.
Die Anfrage richtet sich gegen die mangelnde Transparenz bei der Entscheidung vom 4. März 2026, mit der Kraken Financial als erster krypto-nativer Anbieter einen sogenannten "skinny" Master-Account erhielt. Waters kritisierte, dass die Kansas City Fed in ihrer Pressemitteilung auf Geschäftsgeheimnisse verwies, um Details über den Zugang zu verweigern. Sie hält dies angesichts der Tragweite der Entscheidung für unzureichend.
Der Account gewährt Kraken Financial eingeschränkten Zugang zum Fedwire-System sowie potenziell zu ACH-Zahlungen für Reservehaltung und Abwicklung. Er beinhaltet jedoch keinen Zugang zu Fed-Liquiditätsfazilitäten. Fed-Vizepräsidentin Michelle Bowman beschrieb die Regelung als Lernübung, bei der die Fed bei unerwünschtem Verhalten eingreifen könne.
Kraken Financial operiert als Tochterunternehmen von Payward unter dem Wyoming Special Purpose Depository Institution (SPDI)-Modell. Das Institut arbeitet nach dem Vollreserveprinzip ohne Kreditvergabe und ohne FDIC-Versicherung, wobei jede Einlage 1:1 gedeckt ist. Diese Struktur war zentral für die Genehmigung, doch Kritiker halten die Entscheidung für verfrüht und intransparent.
Die Bank Policy Institute warf der Fed vor, öffentliche Kommentare zum vorgeschlagenen Rahmen ignoriert und den Genehmigungsprozess ohne Transparenz über Risikominderungsmaßnahmen durchgeführt zu haben. Die Fed hatte erst kurz zuvor eine öffentliche Kommentierungsfrist zu einem Krypto-Zahlungsprototyp abgeschlossen.
Die Anfrage von Waters hat auch symbolische Bedeutung: Custodia Bank, ebenfalls ein Wyoming SPDI, war 2023 nach jahrelangem Rechtsstreit ein Master-Account verweigert worden. Kraken nun auf derselben institutionellen Grundlage zu genehmigen, ohne eine endgültige Fed-Politik, lässt die Kriterien für den Zugang weiter unklar. Die Antwort des Kansas City Fed wird entscheiden, ob die Entscheidung zur Normalität wird oder den Beginn einer breiteren Debatte über Krypto-Zugang zum US-Zahlungssystem markiert.