Strategy gab in einer 8-K-Mitteilung die Veräußerung von 32 BTC zwischen dem 26. und 31. Mai bekannt, die 2,5 Millionen US-Dollar einbrachten. Der Verkauf diente der Finanzierung von STRC-Dividendenzahlungen.
Strategy, das größte börsennotierte Unternehmen mit Bitcoin-Bestand, hat erstmals seit Ende 2022 einen Teil seines Kryptoportefeuilles verwertet. Wie aus einer regulatorischen 8-K-Mitteilung hervorgeht, wurden zwischen dem 26. und 31. Mai 32 Bitcoin (BTC) zu einem durchschnittlichen Preis von 77.135 US-Dollar pro Münze verkauft, was insgesamt 2,5 Millionen US-Dollar an Erlösen bedeutete. Der Verkauf war explizit zur Deckung von Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem STRC-Instrument vorgesehen, einem vorzugsaktienbasierten Finanzierungsmodell mit einem Zielparwert von 100 US-Dollar pro Aktie.
Der Zeitpunkt der Transaktion fiel mit einer bereits angespannten Marktlage zusammen. Kurz nach Veröffentlichung der Mitteilung rutschte der Bitcoin-Kurs unter die Marke von 72.000 US-Dollar und verzeichnete innerhalb von 24 Stunden einen Rückgang von nahezu drei Prozent. In der gleichen Stunde wurden laut Daten von Coinglass über 93 Millionen US-Dollar an Krypto-Futures-Positionen liquidiert, wobei 95 Prozent davon Long-Positionen waren. Der Großteil der betroffenen Positionen entfielen auf Bitcoin, was auf eine breite Verlustverhinderungsstrategie vieler Anleger hindeutet.
Die Verkaufsaktion von Strategy ist Teil einer längeren Geschichte der Bitcoin-Akquisition, die bis ins Jahr 2020 zurückreicht. Im Dezember 2022 hatte das Unternehmen bereits einmal Bitcoin veräußert, damals jedoch im Kontext einer Steuerstrategie während des vorherigen Bärenmarktes. Damals wurden 704 BTC zu etwa 18.000 US-Dollar pro Stück verkauft, um kurz darauf mit einem Rückkauf von 810 BTC zu niedrigeren Preisen zu reagieren – ein Vorgang, der von manchen als potenziellen Boden des Marktes interpretiert wurde. Ob sich daraus diesmal ein ähnlicher Effekt ergeben würde, bleibt jedoch unklar.
Nach der Veräußerung hält Strategy weiterhin 843.706 BTC, was einem Wert von etwa 61 Milliarden US-Dollar bei aktuellen Kursen entspricht. Die Buchkosten der Bestände belaufen sich auf rund 63,9 Milliarden US-Dollar, was bei einem aktuellen Marktpreis von knapp 72.000 US-Dollar pro BTC einen unrealisierten Verlust von etwa 2,9 Milliarden US-Dollar zur Folge hat. Damit kontrolliert das Unternehmen über vier Prozent der gesamten Bitcoin-Spitzensupply von 21 Millionen Münzen.
Michael Saylor hat in einem jüngsten Quartalscall mit Investoren betont, dass Bitcoin lediglich ein jährliches Wertsteigerungstempo von 2,3 Prozent benötige, um die STRC-Dividenden langfristig zu decken, ohne auf den Verkauf von Stammaktien angewiesen zu sein. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, im Verhältnis von 10 bis 20 neuen Bitcoin pro verkauftem Coin weiter anzuschaffen, um die Gesamtbestände langfristig zu erhöhen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Strategy im Rahmen eines Platzierungsprogramms für Stammaktien 128,3 Millionen US-Dollar eingeworben hat, wobei noch etwa 26,1 Milliarden US-Dollar für zukünftige Emissionen reserviert sind.
Die Liquiditätslage des Unternehmens zeigt eine zunehmende Dynamik: Die USD-Bargeldreserven lagen Ende Mai bei 900 Millionen US-Dollar, nachdem zuvor 1,38 Milliarden US-Dollar zur vorzeitigen Rückzahlung von Anleihen mit 8 Prozent Kupon verwendet wurden. Diese Maßnahmen deuten auf eine strategische Neuausrichtung hin, bei der Bitcoin nicht nur als Wertspeicher, sondern auch als Instrument zur Kapitalbeschaffung und -strukturierung genutzt wird.