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Stablecoin-Markt wächst trotz Konjunkturabschwächung, USDC zieht institutionalisiert an

Stablecoin-Markt wächst trotz Konjunkturabschwächung, USDC zieht institutionalisiert an

Der Gesamtangebot von Stablecoins erreichte im ersten Quartal 2026 ein Rekordniveau von 315 Milliarden US-Dollar. USDC verzeichnete ein starkes Wachstum, während USDT an Marktanteil verlor.

Der Gesamtangebot von Stablecoins erreichte im ersten Quartal 2026 ein Rekordniveau von 315 Milliarden US-Dollar, was einem Quartal‑zu‑Quartal‑Zuwachs von etwa acht Milliarden US-Dollar entspricht. Dieses Wachstum erfolgte trotz eines insgesamt schrumpfenden Kryptomarktes und markiert das langsamste Ansteigen seit dem vierten Quartal 2023, bleibt jedoch ein Hinweis auf weiter‑bestehende Nachfrage.

Stablecoins machten im ersten Quartal 75 % des gesamten Krypto‑Handelsvolumens aus – ein Rekordanteil, der zeigt, dass die Stabilitäts­währung weiterhin die zentrale Triebkraft des Marktes darstellt. Das Transaktionsvolumen aller Stablecoins überstieg dabei 28 Billionen US-Dollar und liegt damit regelmäßig über den kombinierten Umsätzen von Visa und Mastercard.

Der Anstieg von USDC ist vor allem auf institutionelle B2B‑Anwendungen zurückzuführen. Circle verzeichnete seit Ende 2023 ein Wachstum von 220 % auf etwa 78 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch Payroll‑Infrastrukturen, Treasury‑Management und programmatische Zahlungslösungen von Visa und Stripe. Die durchschnittliche Transfergröße bei USDC liegt bei etwa 557 US-Dollar und die Transaktionsgeschwindigkeit erreicht 90‑mal den Basiswert, was auf häufige, kleinere institutionelle Transfers hinweist.

Im Gegensatz dazu zeigte USDT einen Rückgang seines Marktanteils und ein starkes Absinken von retail‑großen Transfers um 16 %, das bislang höchste Rückgang. Gleichzeitig macht automatisierte Bot‑Aktivität etwa 76 % des gesamten Stablecoin‑Transaktionsvolumens aus, was auf eine zunehmend maschinelle Marktstruktur hinweist.

Die regulatorische Entwicklung in den USA spielt eine entscheidende Rolle: Der Entwurf des „Clarity for Payment Stablecoins Act“ wird von regulierten Emittenten wie Circle als Vorteil genutzt, um compliance‑sensibles institutionelles Kapital anzuziehen. Sollte die Gesetzgebung favorable ausfallen, könnte USCs Wachstum strukturell werden; bei Stagnation könnte USDT seine etablierte Liquidität wieder ausbauen.

Beobachter erwarten die nächsten Quartalsberichte von Circle und Tether, um zu prüfen, ob die aktuelle Versatz‑Dynamik anhält oder sich wieder normalisiert. Der aktuelle Trend verdeutlicht, dass institutionelle, programmatische Nutzung von Stablecoins die künftige Marktstruktur maßgeblich prägen wird.

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