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Quantencomputer bedrohen Bitcoin - Netzwerk bereitet sich vor

Quantencomputer bedrohen Bitcoin - Netzwerk bereitet sich vor

Ein aktueller Bericht von Galaxy Digital zeigt, dass Quantencomputer eine reale Bedrohung für Bitcoin darstellen könnten. Entwickler arbeiten bereits an Lösungen, um das Netzwerk zu schützen.

Ein aktueller Bericht von Galaxy Digital zeigt, dass Quantencomputer eine reale Bedrohung für Bitcoin darstellen könnten. Die Forschung des Unternehmens beschreibt das Problem als langfristige technische und Governance-Herausforderung, bei der Entwickler bereits an Werkzeugen arbeiten, die die Sicherheit des Netzwerks neu gestalten könnten.

Im Zentrum der Bedenken steht eine einfache Prämisse: Bitcoin basiert auf kryptografischen Signaturen zur Nachweisführung des Eigentums an Coins. Diese Signaturen, die auf elliptischer Kurvenkryptografie beruhen, gelten als sicher gegen klassische Computer. Ein ausreichend fortschrittlicher Quantencomputer könnte diese Annahme jedoch brechen, indem er einen privaten Schlüssel aus einem öffentlichen Schlüssel ableitet und so unbefugt Gelder ausgibt.

In der Branche wird dieses Szenario als "Q-Day" bezeichnet - der Moment, an dem ein kryptografisch relevanter Quantencomputer realisierbar wird. Der Zeitrahmen bleibt ungewiss. Schätzungen reichen von Jahren bis Jahrzehnten, und unter Experten besteht kein Konsens. Der Bericht betont, dass gerade diese Unsicherheit das Problem darstellt. Bitcoins dezentrale Struktur bedeutet, dass Upgrades Zeit brauchen, oft gemessen in Jahren, nicht Monaten.

Das Risiko ist jedoch ungleich verteilt. Die meisten Bitcoins sind heute nicht exponiert. Wallets geben ihre öffentlichen Schlüssel nur beim Ausgeben von Geldern preis, was bedeutet, dass unberührte Coins hinter gehashten Adressen geschützt bleiben. Die Verwundbarkeit zeigt sich in zwei Hauptfällen: Coins, deren öffentliche Schlüssel bereits auf der Blockchain sichtbar sind, und Coins, die während einer Transaktion transferiert werden.

Galaxy Digital schätzt, dass Millionen von Bitcoins in die erste Kategorie fallen könnten, einschließlich Gelder, die mit früher Netzwerkaktivität und lange inaktiven Wallets verbunden sind. Diese Coins, oft mit frühen Anwendern und sogar dem pseudonymen Schöpfer Satoshi Nakamoto verbunden, stellen eine einzigartige Herausforderung dar. Wenn Quantenfähigkeiten eintreffen, bevor Schutzmaßnahmen implementiert sind, könnten solche Bestände zu Hauptzielen werden.

Die Auswirkungen gehen über individuelle Verluste hinaus. Ein plötzliches Freischalten inaktiver Bestände könnte sich auf die Märkte auswirken und Druck auf den Preis sowie auf die Mining-Anreize ausüben, die die Sicherheit von Bitcoin untermauern. Der Bericht stellt dies als systemisches Risiko dar, nicht nur als technisches Manko.

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