Regulation

CLARITY Act: Regulatorische Rollenverteilung und operative Herausforderungen

CLARITY Act: Regulatorische Rollenverteilung und operative Herausforderungen

Der CLARITY Act würde eine regulatorische Rahmenbedingung für digitale Assets schaffen und Zuständigkeiten zwischen der CFTC und der SEC festlegen.

Der von Chairman French Hill am 29. Mai 2025 eingebrachte H.R. 3633 würde einen umfassenden Marktstrukturrahmen für digitale Assets etablieren. Der CLARITY Act zielt darauf ab, regulatorische Zuständigkeiten zwischen der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) und der Securities and Exchange Commission (SEC) zu klären. Seine Bestimmungen adressieren Registration, Überwachung, Aufzeichnungen und Verwahrung in bestimmten Bereichen, setzen jedoch keine Vorgaben zur Reconciliation von Aktivitäten oder Modernisierung veralteter operativer Prozesse.

Ein zentraler Aspekt des Gesetzes ist die Zuweisung regulatorischer Befugnisse. Nach Section 401 würde die CFTC exklusive Zuständigkeit für digitale Rohstoff-Bargeschäfte oder Spot-Transaktionen erhalten, die auf oder mit digitalen Rohstoffbörsen, Maklern und Händlern stattfinden, die bei der CFTC registriert sind. Zudem sieht der Text einen beschleunigten Registrierungsprozess für diese Einrichtungen vor. Die SEC würde ihre bestehenden Befugnisse gegen Marktmanipulation und Betrug bei Transaktionen behalten, die zugelassene Zahlungsstables und digitale Rohstoffe betreffen und auf oder mit einer SEC-registrierten Entität erfolgen. Section 304 würde Registrierungspflichtige, die zugleich bei der CFTC registriert sind, verpflichten, Interessenkonflikt-Richtlinien zu übernehmen. Darüber hinaus müssten die SEC und CFTC einen Memorandum of Understanding abschließen, um nicht-duplizierende Überwachung und angemessenen Informationsaustausch zu unterstützen.

Der Gesetzestext hinterlässt jedoch eine erhebliche Lücke im operativen Bereich. Der regulatorische Rahmen löst nach Analyse eines AutoRek-Berichts, der auf einer Umfrage unter 250 Führungskräften aus den Bereichen Operationen, Finanzen und Technologie in den USA und Großbritannien basiert, nicht die strukturellen Probleme der Back-Offices. Der Bericht identifiziert erheblichen Handlungsbedarf: 85 Prozent der Befragten erwarteten Skalierungsbelastungen, wenn die Aktivität gegen legacysysteme wächst. Von Firmen, die mit digitalen Assets arbeiten, gaben 59 Prozent an, eine unverhältnismäßig hohe operative Komplexität im Vergleich zu anderen Asset-Klassen zu erleben. Zudem identifizierten 41 Prozent der Befragten Datenintegration und -kompatibilität als ihre größte operative Hürde. Die Umfrage ergab zudem, dass Firmen durchschnittlich 15,9 Prozent ihrer operativen Budgets für Rework aufgrund manueller Prozesse und Tabellenkalkulationen aufwenden. Obwohl 98 Prozent der Firmen KI irgendwo in ihren Operationen einsetzen, haben lediglich 14 Prozent eine vollständige Integration über alle Bereiche hinweg erreicht. Diese Ergebnisse betreffen Operating Models und nicht die Zuweisung von Agenturzuständigkeit.

Der CLARITY Act enthält zwar Bestimmungen, die für die operative Infrastruktur relevant sind. Section 305 würde Brokern, Dealern, Transferagenten, Investmentberatern, Investmentgesellschaften und Wertpapierbörsen erlauben, Aufzeichnungen aus Blockchain-Systemen für bestehende Aufzeichnungsanforderungen zu nutzen, vorbehaltlich einer von der SEC innerhalb von 180 Tagen nach Inkrafttreten erforderlichen Regelung. Section 402 würde Future Commission Merchants verpflichten, Kundendigitalassets bei qualifizierten digitalen Asset-Verwahrern zu hinterlegen. Der kongressielle Zusammenfassung zufolge umfassen diese Bestimmungen zudem Anforderungen an Aufzeichnungen und das Verbot des Vermischens von Kundengeldern.

Auch wenn der CLARITY Act Verzögerungen erfahren sollte, bleibt der breitere Trend relevant: Die Krypto-Regulierung in den USA bewegt sich offenbar von Unsicherheit hin zu einem definierteren Rahmen. Diese Bestimmungen adressieren spezifische Verwahrungs- und Aufzeichnungsfragen, bieten jedoch kein generelles Framework zur Lösung der Datenintegrations- oder manuellen Prozess-Herausforderungen, wie sie im AutoRek-Bericht identifiziert wurden. Wäre das Gesetz in Kraft getreten, würde es ein gesetzliches Framework für digitale Rohstoffe, Registration und abgegrenzte Bereiche der SEC- und CFTC-Befugnis schaffen. Es würde zudem Anforderungen und Regelungen im Zusammenhang mit Aufzeichnungen, Verwahrung, Offenlegungen und Marktzwischenhändlern etablieren. Allein würde es jedoch kein detailliertes Operating Model für die identifizierten Datenintegrations-, Rework- und Skalierbarkeitsprobleme liefern. Regulatorische Klarheit und operative Modernisierung können gemeinsam voranschreiten, bleiben jedoch nach dem aktuellen Erkenntnisstand separate Aufgaben.

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