Das US-Justizministerium hat ein Entschädigungsverfahren für Opfer der OneCoin-Betrugsmasche eingeleitet. Betroffene können nun Ansprüche auf einen Teil der zurückgefundenen Mittel anmelden.
Das US-Justizministerium (DOJ) hat ein formelles Entschädigungsverfahren für Opfer der OneCoin-Betrugsmasche eröffnet. Hintergrund ist die Aufdeckung einer weltweiten Betrugsaktion, bei der die Kryptowährung OneCoin als scheinbar legale Investition vermarktet wurde, obwohl es sich um eine reine Ponzi- und Betrugsstruktur handelte.
Im Rahmen des Verfahrens können nun geschädigte Anleger Ansprüche auf einen Teil der im Betrag von über 40 Millionen US-Dollar zurückgeführten Gelder anmelden. Dieser Betrag stammt aus der beschlagnahmten Vermögenswerte des OneCoin-Gründers Ruja Ignatova und weiterer beteiligter Personen. Die Mittel stammen aus zivilrechtlichen Beschlagnahmungen und sollen nun an berechtigte Opfer verteilt werden.
Die Anmeldung erfolgt über eine speziell eingerichtete Plattform des DOJ, auf der Betroffene ihre Ansprüche dokumentieren müssen. Dabei handelt es sich um ein zivilrechtliches Verfahren, das nicht strafrechtliche Verfolgung zum Ziel hat, sondern der Wiedergutmachung der finanziellen Schäden dient. Die Höhe der individuellen Entschädigung hängt von der Schwere des Schadens und der Verfügbarkeit der Mittel ab.
OneCoin wurde zwischen 2014 und 2019 als Kryptowährung beworben, obwohl es keine echte Blockchain oder funktionierende Technologie gab. Stattdessen wurde das System als pyramidale Struktur betrieben, bei der frühe Investoren durch Zahlungen neuer Mitglieder entschädigt wurden. Die Betrugsmasche zog sich über mehrere Länder, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Ruja Ignatova, die als „Königin der Kryptowährung“ titulierte Gründerin von OneCoin, ist seit 2017 verschwunden und wird weltweit gesucht. Sie steht auf der internationalen Fahndungsliste des FBI und wird mit mehreren Straftaten, darunter Betrug in Milliardenhöhe, in Verbindung gebracht. Trotz intensiver Ermittlungen blieb sie bislang unerfasst.
Die aktuelle Entschädigungsinitiative des DOJ stellt einen seltenen Schritt dar, da viele Betrugsfälle in der Kryptobranche ohne konkrete Rückzahlung der Opfer enden. Die Maßnahme wird von Rechtsanwälten und Betroffenen als bedeutender, wenn auch bescheidener, Fortschritt im Kampf gegen große Krypto-Betrugsmaschen gewertet. Sie soll zeigen, dass auch komplexe Betrugsstrukturen langfristig zur Rechenschaft gezogen werden können.