Riot Platforms hat einen langfristigen Mietvertrag über 191 Megawatt Kapazität mit dem KI-Unternehmen Anthropic abgeschlossen. Der Deal sichert dem Unternehmen stabile Einnahmen, die nicht vom Bitcoin-Preis abhängen.
Riot Platforms hat am Montag bekanntgegeben, dass es einen 20-jährigen Vertrag mit dem KI-Unternehmen Anthropic über die Bereitstellung von 191 Megawatt Kapazität von seinem Standorten in Rockdale, Texas, abgeschlossen hat. Der Vertrag ist laut Angaben des Unternehmens bis Juni 2048 gültig und wird voraussichtlich über die gesamte Laufzeit hinweg 9,1 Milliarden Dollar an Umsatz generieren. Zwei Verlängerungsoptionen um jeweils fünf Jahre könnten den Gesamtwert des Vertrags auf bis zu 16,1 Milliarden Dollar erhöhen, falls beide Optionen ausgeübt werden.
Der Deal stellt einen bedeutenden strategischen Wandel für Riot dar, der traditionell als Bitcoin-Miner operierte. Statt Bitcoin zu schürfen, vermietet das Unternehmen nun seine Stromkapazitäten und Rechenzentrumsflächen an KI-Unternehmen. Dieser Ansatz reduziert die Abhängigkeit von den schwankenden Preisen von Bitcoin und den variablen Faktoren des Mining-Bereichs, was laut Analysten eine stabilere, langfristige Einnahmequelle schafft.
Die Vereinbarung unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichem Bitcoin-Mining-Einkommen. Während Mining-Einnahmen von Faktoren wie dem Bitcoin-Preis, der Netzwerkschwierigkeit und den Halving-Ereignissen abhängen, basiert der Mietvertrag auf festen, langfristigen Zahlungen. Dies ermöglicht Riot eine vorhersehbare, bondähnliche Cashflow-Struktur, die weniger volatil ist als die traditionellen Mining-Einnahmen.
Anthropic ist nicht das einzige KI-Unternehmen, das solche Verträge mit Mining-Unternehmen abschließt. Das Unternehmen hat zudem einen ähnlichen Deal mit der Infrastrukturgesellschaft Volta Infra Holdings und plant, bis zu 45 Milliarden Dollar an Rechenleistung von Elon Musks xAI zu erwerben. Dies unterstreicht eine wachsende Nachfrage von KI-Unternehmen nach stabilem Strom und Recheninfrastruktur, die durch Bitcoin-Mining-Unternehmen bereitgestellt wird.
Die Aktie von Riot Platforms reagierte stark auf die Ankündigung, sprang im After-Hours-Handel um 25 Prozent auf 24,40 Dollar. Allerdings zeigte sich, dass der Markt die Nachricht zunächst überbewertete, bevor er sich wieder beruhigte, was darauf hinweist, dass selbst langfristige Verträge nicht automatisch eine sofortige Neubewertung des Unternehmens bedeuten.
Die vollständige Umsetzung des Vertrags wird jedoch nicht sofort erfolgen. Laut Datenzentrums- und Infrastruktur-Report wird die erste Kapazität voraussichtlich erst Ende 2027 in Betrieb genommen, mit voller Bereitstellung bis Mitte 2028. Zudem ist der Deal in Texas an bestimmte regulatorische Bedingungen gebunden, die laut Analysten von Compass Point eine zusätzliche Unsicherheit darstellen.
Die langfristige Bewertung des Unternehmens hängt maßgeblich von der erfolgreichen Umsetzung des Vertrags und der tatsächlichen Einnahmenentwicklung ab. Die 16,1 Milliarden Dollar sind ein maximaler Potenzialwert, der nur erreicht wird, wenn beide Verlängerungsoptionen genutzt werden. Die Basisprognose von 9,1 Milliarden Dollar ist daher der entscheidende Wert für die aktuelle Bewertung.