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Österreichischer SocialFi-Gründer verhaftet nach Vorwürfen eines Rug Pulls und Strangulationsdelikts

Österreichischer SocialFi-Gründer verhaftet nach Vorwürfen eines Rug Pulls und Strangulationsdelikts

Der Gründer der SocialFi-App Believe, Daniel Pasternak, wurde in Wien festgenommen. Er steht im Fokus einer Strafuntersuchung wegen schwerer Körperverletzung sowie einer Zivilklage wegen angeblichen Rug Pulls.

Der österreichische Unternehmer Daniel Pasternak, Gründer der SocialFi-Plattform Believe, befindet sich seit Anfang dieser Woche inhaftiert. Die Wiener Staatsanwaltschaft hat gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Körperverletzung eingeleitet, nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter ihn im Verdacht hat, ihn während eines Streits am Hals gepackt und gedrängt zu haben, bis er ohnmächtig wurde. Die Vorfälle sollen sich am 12. März in einer Wiener Wohnung abgespielt haben, wie mehrere Medien unter Berufung auf polizeiliche Akten berichten.

Parallel dazu steht Pasternak im Zentrum einer zivilrechtlichen Klage, die von Investoren der Believe-Plattform eingereicht wurde. Die Kläger werfen ihm vor, im Rahmen des Token-Verkaufs der Plattform-Tokens einen sogenannten Rug Pull durchgeführt zu haben. Dabei soll er nach eigenen Angaben über 15 Millionen Euro eingenommen haben, während die Token-Werte kurz darauf stark an Wert verloren hätten. Die Anklage in der Zivilklage besagt, dass die Investoren durch irreführende Versprechen und manipulierte Marktbedingungen getäuscht wurden.

Die SocialFi-Plattform Believe kombinierte soziale Netzwerk-Funktionen mit dezentralen Finanzinstrumenten und ermöglichte es Nutzern, Token für Interaktionen und Inhalte zu erhalten. Laut internen Dokumenten, die im Rahmen der Ermittlungen veröffentlicht wurden, war der Token-Verkauf als „Community-Finanzierung“ positioniert worden. Die Anleger behaupten jedoch, dass Pasternak und sein Team die Token-Werte künstlich stabilisierten, während sie gleichzeitig eigene Positionen verkauften. Die Anwälte der Kläger haben laut Gerichtsdokumenten Belege für koordinierte Verkaufsaktionen kurz vor dem Absturz der Token-Kurse vorgelegt.

Die Polizei hat die Wohnungsdurchsuchung in der Wiener Innenstadt im Rahmen der Strafuntersuchung durchgeführt und digitale Beweise sichergestellt, darunter Chatverläufe und Transaktionsdaten. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien und keine endgültigen Urteile erwartet werden. Die Anklagepunkte reichen von Körperverletzung bis hin zu Betrug im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten.

Die Believe-Plattform, die ursprünglich als innovative SocialFi-Lösung beworben wurde, hat seit dem Vorfall stark an Vertrauenswürdigkeit verloren. Die Nutzerzahlen sind seit dem Beginn der Ermittlungen um über 60 Prozent gesunken, wie Daten der Plattform zeigen. Die Anwaltschaft der Betroffenen hat angekündigt, weitere zivilrechtliche Schritte gegen weitere Verantwortliche zu prüfen, während die Strafverfahren gegen Pasternak weiterlaufen.

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