MicroStrategy strebt bis Ende 2026 den Besitz von 1 Million Bitcoin an und benötigt dafür frisches Kapital in Höhe von 22 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hält derzeit 628.900 BTC und muss seine Bestände um 371.
MicroStrategy verfolgt eine ehrgeizige Strategie zur Akkumulation von Bitcoin. Das Unternehmen plant, bis Ende 2026 insgesamt 1 Million Bitcoin zu halten, was einer Erhöhung der aktuellen Bestände um etwa 59 Prozent entsprechen würde. Derzeit besitzt MicroStrategy 628.900 BTC, die mit rund 76 Milliarden Dollar bewertet werden und etwa 3 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots ausmachen.
Um das Ziel zu erreichen, muss das Unternehmen in den kommenden zwei Jahren frisches Kapital in Höhe von 22 Milliarden Dollar aufnehmen. Dies entspricht einem kontinuierlichen Kauf von rund 6.158 Bitcoin pro Woche zum aktuellen Marktpreis. Die Strategie basiert auf dem sogenannten "21/21-Plan" von Michael Saylor, der eine Aufteilung der Kapitalbeschaffung in zwei gleiche Teile vorsieht: 21 Milliarden Dollar durch Eigenkapital und 21 Milliarden Dollar durch festverzinsliche Instrumente.
Die Umsetzung dieser Strategie hängt maßgeblich vom Handel von MicroStrategy-Aktien über dem Nettoinventarwert (NAV) ab. Solange die Aktien mit einem Aufschlag zum Bitcoin-Bestand gehandelt werden, kann das Unternehmen Eigenkapital ausgeben, mehr Dollar pro Bitcoin einsammeln als der Marktpreis impliziert, und so weitere Käufe finanzieren. Saylor verfolgt diesen Effekt durch einen Indikator namens "Bitcoin Yield", der im letzten Quartal bei 20,4 Prozent lag.
Die Käufe erfolgen kontinuierlich und in erheblichen Volumina. So erwarb das Unternehmen beispielsweise am 2. Februar 855 BTC, am 9. Februar 1.142 BTC, am 17. Februar 2.486 BTC und am 23. Februar weitere 100 BTC. Der durchschnittliche Einstandspreis liegt bei 49.874 Dollar pro Bitcoin, während jüngere Käufe bei rund 88.000 Dollar getätigt wurden.
Die Strategie birgt erhebliche Risiken. Sollten die Aktien von MicroStrategy den NAV-Aufschlag verlieren oder mit Abschlag gehandelt werden, würde die Eigenkapitalbeschaffung unwirtschaftlich. In einem anhaltenden Bärenmarkt könnte dieser Mechanismus ausfallen, während die Schuldenlast bestehen bleibt. Kritiker weisen darauf hin, dass die Strategie in einem solchen Szenario zum größten unternehmerischen Fehlkalkül der Geschichte werden könnte.
Michael Saylor selbst hat seine Haltung zu Bitcoin in den vergangenen Jahren radikal geändert. Während er 2013 noch von Bitcoin als Modeerscheinung sprach, setzt er seit 2020 konsequent auf die Kryptowährung. Bis Ende 2026 wird sich zeigen, ob die Strategie als visionärer Schachzug oder als kostspieliger Fehltritt in die Unternehmensgeschichte eingehen wird.