Die US-Bundesstaaten Kentucky hat Kalshi und Polymarket wegen angeblich unzulässiger Sportwettenaktivitäten im eigenen Hoheitsgebiet verklagt.
Die Regierung von Kentucky hat am vergangenen Dienstag zwei Klagen eingereicht, die sich gegen die Vorhersagemärkte Kalshi und Polymarket richten. Demnach hätten diese Plattformen seit längerem Sportwetten in Form von Prognosen über politische Ereignisse und wirtschaftliche Indikatoren angeboten, ohne dabei eine behördliche Genehmigung für Glücksspielaktivitäten im Bundesstaat einzuholen. Die Klagebehauptung besagt, dass die Angebote von Kalshi und Polymarket als unregulierte Formen des Sportswettenmarktes fungieren, die gegen das kentuckische Glücksspielgesetz verstoßen.
Nach Angaben der Behörden operieren beide Plattformen ohne die notwendige Lizenzierung durch das Kentucky Department of Revenue und umgehen damit gezielt die gesetzlichen Vorgaben für Glücksspielanbieter. Die Kläger werfen den Unternehmen vor, bewusst in eine rechtliche Grauzone zu gehen, indem sie ihre Dienste als reine Prognose- und Analyseplattformen vermarkten, während sie gleichzeitig Wetten auf sportliche Ereignisse und andere Ereignisse zulassen, die traditionell als Glücksspiel eingestuft werden. Diese Strategie ermögliche es den Plattformen, Nutzer aus dem Bundesstaat anzusprechen, ohne die erforderlichen Auflagen einzuhalten.
Die Klagen wurden im Namen des Bundesstaates eingereicht und zielen darauf ab, sowohl die Unternehmen als auch ihre potenziellen zukünftigen Aktivitäten stärker zu regulieren. Kentucky fordert zudem eine Einstellung aller Aktivitäten, die als unzulässige Glücksspielangebote interpretiert werden könnten, sowie die Rückerstattung von etwaigen Einnahmen, die durch die fraglichen Angebote erzielt wurden. Die Behörden betonen, dass die Entscheidung nicht gegen innovative Finanzmodelle gerichtet sei, sondern gegen die Umgehung gesetzlicher Pflichten im Zusammenhang mit Glücksspielen.
Beide Unternehmen haben bisher noch nicht öffentlich Stellung genommen, und es bleibt abzuwarten, wie sie auf die rechtlichen Schritte reagieren werden. Die Fälle werfen ein Licht auf die zunehmende Verschmelzung von Prognosemärkten und Glücksspielen in den USA und könnten weitreichende Auswirkungen auf die regulatorische Landschaft haben. Insbesondere könnte die Entscheidung als Präzedenzfall dienen, der andere Bundesstaaten dazu bewegen könnte, ähnliche rechtliche Schritte gegen Plattformen zu verfolgen, die versuchen, Glücksspielregulierungen zu umgehen.