Japan hat Bitcoin und andere Kryptowährungen nun als Finanzanlagen eingestuft. Damit fallen sie unter das Finanzanlagenrecht und nicht mehr unter das Zahlungsdienstegesetz.
Das japanische Parlament hat am Mittwoch ein Gesetz verabschiedet, das Bitcoin und weitere Kryptowährungen von der Zahlungsdienste-Regulierung in das Finanzanlagenrecht überführt. Damit werden digitale Assets künftig nach dem Financial Instruments and Exchange Act (FIEA) behandelt, das traditionell für Aktien, Anleihen und Investmentfonds gilt.
Die Neuregelung wird voraussichtlich im nächsten Jahr in Kraft treten, mit einem Zielzeitpunkt von Fiscal Year 2027. Das Gesetz stellt Bitcoin und andere Kryptowährungen unter eine einheitliche Anlegerschutzvorschrift und unterwirft sie künftig denselben Insider-Handelsverboten wie Wertpapiere.
Betreiber von Krypto-Börsen müssen künftig detaillierte Angaben zum Emittenten, zur technischen Ausgestaltung der Blockchain sowie zur Preisvolatilität veröffentlichen. Diese Offenlegungspflicht entspricht den Anforderungen, die traditionell an Wertpapierfirmen gestellt werden.
Die Strafen für unregistrierte Anbieter werden verschärft: Die Höchststrafe für illegale Betriebstätigkeit steigt von drei auf zehn Jahre, die Höchststrafe in Geld von 3 auf 10 Millionen Yen (etwa 62.000 Euro). Damit wird Krypto-Missbrauch künftig mit derselben Härte geahndet wie Wertpapierbetrug.
Ein zentraler Effekt der Neuklassifizierung ist die mögliche Zulassung von Spot-Bitcoin-ETFs in Japan. Da diese Produkte künftig unter das FIEA fallen, wird ein struktureller Hinderungsgrund für japanische Asset Manager beseitigt, regulierte Bitcoin-ETFs aufzulegen.
Zugleich wird die Besteuerung von Kryptoerträgen reformiert. Bisher wurden Gewinne aus Kryptowährungen als sonstiges Einkommen mit Spitzenraten von bis zu 55 Prozent besteuert. Das neue Steuergesetz, das 2028 in Kraft tritt, senkt den Spitzensteuersatz auf 20 Prozent – ein Niveau, das mit der Besteuerung von Aktiengewinnen gleichzieht.
Die Reformen erfolgen im Kontext eines verstärkten Web3-Agendas der japanischen Regierung und einer zunehmenden Diskussion über Mindestreserves für Krypto-Börsen, die ähnlich wie bei Wertpapierfirmen gestaltet werden sollen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Nutzerkonten auf japanischen Plattformen, und lokale Unternehmen positionieren sich für eine breitere Akzeptanz durch Privatpersonen.