Das US-Justizministerium hat ein offizielles Portal für Schadensersatzansprüche von OneCoin-Opfern freigeschaltet. Die Frist für die Einreichung endet am 30. Juni 2026.
Das US-Justizministerium (DOJ) hat ein formelles Restitutionsportal für Opfer der OneCoin-Ponzi-Scheme eröffnet, das zwischen 2014 und 2019 etwa 3,5 Millionen Anleger in 175 Ländern betrog. Das Portal ermöglicht es geschädigten Investoren, verifizierte Verluste geltend zu machen und an einer Verteilung von über 40 Millionen US-Dollar aus beschlagnahmten Vermögenswerten teilzuhaben.
Die verfügbaren Mittel stammen aus strafrechtlichen Vermögensabschöpfungsverfahren gegen Mitverschwörer, darunter auch Erträge, die mit Konstantin Ignatov, dem Bruder der flüchtigen Gründerin Ruja Ignatova, verbunden sind. Ignatov wurde 2019 in Los Angeles verhaftet und bekannte sich schuldig zu Drahtbetrug und Geldwäsche. Die genaue Höhe der einzelnen Entschädigungen hängt von der Gesamtsumme der eingereichten Ansprüche ab, die voraussichtlich das verfügbare Budget von 40 Millionen überschreiten wird.
Nach Angaben des DOJ werden die Mittel nach einem anteiligen Verfahren verteilt, das heißt, die Beträge richten sich nach dem Verhältnis der individuellen Verluste zur Gesamtsumme der verifizierten Forderungen. Bei einem Gesamtverlust von etwa 4 Milliarden US-Dollar, wie im Text betont, erhalten die meisten Opfer nur einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Investitionen zurück.
Die Frist für die Einreichung von Anträgen endet am 30. Juni 2026. Später eingereichte Anträge werden nach aktuellem Stand nicht berücksichtigt. Das Portal ist bereits online zugänglich, und die Antragstellung erfordert eine detaillierte Dokumentation der entstandenen Schäden.
Ruja Ignatova, die als „Cryptoqueen“ bekannte Gründerin des Schemas, bleibt auf der Liste der zehn am meisten gesuchten Verbrecher des FBI und ist weiterhin flüchtig. Die meisten der geraubten Mittel konnten nicht zurückerhalten werden, sodass das verfügbare Restitutionsbudget lediglich etwa ein Prozent der gesamten Schäden der Anleger abdeckt.
Der Fall OneCoin gilt als eines der umfangreichsten Krypto-Betrugsfälle der letzten Jahre. Das aktuelle Vorgehen des DOJ verdeutlicht, wie staatliche Behörden versuchen, geschädigte Anleger zu entschädigen, obwohl die meisten verlorenen Mittel außerhalb der Reichweite der US-Justiz bleiben.