Deutsche Börse hat eine 1,5-prozentige Beteiligung an Kraken erworben, um seine institutionalisierte Krypto-Strategie auszubauen.
Die Deutsche Börse hat eine 1,5-prozentige Beteiligung an der US-amerikanischen Kryptobörse Kraken erworben, um ihre Position im Bereich digitaler Assets weiter auszubauen. Die Investition von 200 Millionen Dollar erfolgte über einen Erwerb von bestehenden Anteilen im Sekundärmarkt und ist an die Erteilung von Aufsichtsbehörden genehmigungen gebunden. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal 2025 erwartet.
Die Partnerschaft zwischen der Deutschen Börse und Kraken wurde bereits im Dezember 2025 angekündigt und soll nun vertieft werden. Ziel ist es, regulierte Krypto-Handelsplattformen, tokenisierte Märkte, Derivate sowie institutionelle Liquiditätslösungen in mehreren Regionen zu etablieren. Die Deutsche Börse hat in den letzten Monaten ihre Krypto-Strategie deutlich beschleunigt, unter anderem durch den Start einer dedizierten Handelsplattform für institutionelle Anleger im Jahr 2024.
Kraken, eine der ältesten Kryptobörsen, hat sich in den letzten Jahren zunehmend auf institutionelle Kunden konzentriert und bietet dort Dienste wie Custody, Derivate und Infrastruktur-Lösungen an. Durch die Kooperation mit der Deutschen Börse sollen institutionelle Kunden künftig besseren Zugang zu regulierten digitalen Assets erhalten. Die Deutsche Börse nutzt zudem ihre Infrastruktur der Clearstream, um Custody- und Settlement-Dienste für Krypto-Angebote bereitzustellen.
Kürzlich hatte Kraken zwei Sicherheitsvorfälle im internen Support-Bereich bekannt gegeben, bei denen Support-Mitarbeiter Zugriff auf begrenzte Kundendaten hatten. Ein krimineller Gruppe gelang es, eine Erpressungsforderung zu stellen, die von Kraken abgelehnt wurde. Die Vorfälle betrafen etwa 2.000 Konten, also 0,02 Prozent der Nutzerbasis, und es wurden keine Systeme kompromittiert sowie keine Kundengelder gefährdet.
Die Vorfälle, die im Februar 2025 begannen, zeigen die anhaltenden Risiken durch Insider-Bedrohungen. Kraken arbeitet eng mit Strafverfolgungsbehörden zusammen und hat Zugriffskontrollen sowie Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Die Kerninfrastruktur des Unternehmens blieb währenddessen uneingeschränkt sicher, wie der Chief Security Officer betonte.