Regulation

CFTC will Sportligen bei Vorhersagemarkt-Regulierung Vorrang einraeumen

CFTC will Sportligen bei Vorhersagemarkt-Regulierung Vorrang einraeumen

Die US-Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat angekuendigt, bei der Bewertung von Vorhersagemarkt-Kontrakten kuenftig den Bedenken der Sportligen Vorrang einzeraeumen.

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat ihre Haltung zur Regulierung von Vorhersagemarkten in den USA deutlich gemacht. CFTC-Vorsitzender Michael Selig bestaetigte gegenueber ESPN, dass die Behörde kuenftig den Bedenken der Sportligen bei der Bewertung von Kontrakten, die als manipulationsanfällig gelten, Vorrang einraeumen wird. Diese Entscheidung kommt in Reaktion auf einen Brief der National Football League (NFL), der am Sonntag an die Vorhersagemarkt-Plattformen Kalshi und Polymarket gesendet wurde.

In dem Schreiben forderte die NFL die Plattformen auf, "von Trades auf Ereignisse abzusehen, die leicht manipuliert oder im Voraus bestimmt werden können". Die Liga verwies dabei auf spezifische Markttypen wie Einzelspiel-Märkte - etwa ob der erste Pass eines Quarterbacks unvollstaendig ist oder ob ein Kicker ein Field Goal verfehlt - sowie Kontrakte zu Draft-Picks, Kader-Entscheidungen, Strafen und Spielerverletzungen.

Die CFTC behält laut Selig die endgueltige Entscheidungsgewalt über die Zulassung von Kontrakten, wird aber die Expertise der Ligen in die Bewertung von Manipulationsrisiken einbeziehen. "Wenn eine Liga uns sagt, dass ein Kontrakt leicht manipuliert werden kann, werden wir die Risiken dort bewerten", zitierte Selig. "Die Ligen sind sehr gut positioniert, diese Entscheidungen zu treffen."

Diese Haltung markiert eine bewusste Verschiebung von der bisherigen einseitigen Aufsicht der CFTC unter dem Commodity Exchange Act. Die Behörde hatte zuvor ihre ausschliessliche Zuständigkeit fuer Event-Kontrakte auf Designated Contract Markets aktiv verteidigt, unter anderem in einem am 17. Februar 2026 eingereichten amicus brief im Fall North American Derivatives Exchange, Inc. et al v. The State of Nevada (9. Berufungsgericht).

Fuer krypto-native Vorhersagemarkt-Plattformen stellt diese Entwicklung einen direkten Compliance-Druck dar. Plattformen, die Selbstzertifizierungen nach Regulation 40.2 einreichen, müssen nun nachweisen, dass sie proaktiv mit den Ligen bei hochriskanten Kontrakten zusammenarbeiten, oder sie riskieren eine verschärfte CFTC-Prüfung. Ein parteiuebergreifender Gesetzesentwurf wuerde dies noch weiter treiben und bundesweit regulierten Vorhersagemärkten die Abwicklung von Sportverträgen ganz verbieten.

Die CFTC hat zudem eine 45-tägige öffentliche Kommentierungsfrist per Advanced Notice of Proposed Rulemaking eröffnet. Dabei werden direkte Fragen zu Core Principle 3 (Manipulationsverhütung) und Core Principle 12 (missbraeuchliche Praktiken) gestellt. Der Brief der NFL positioniert die Liga als frühzeitige, qualifizierte Stimme in diesem Prozess.

Die Entscheidung der CFTC, sich bei der Bewertung von Manipulationsrisiken an die Sportligen anzulehnen, ist keine Gefälligkeit, sondern eine operative Neuausrichtung. Während die Behörde ihre regulatorische Hoheit behält, erhaelt sie durch die formalisierte Beraterrolle der Ligen ein neues Instrumentarium zur Risikobewertung im Selbstzertifizierungsprozess.

3 Aufrufe