Bitget bietet tokenisierte Exposition für private Unternehmen vor dem Börsengang an, beginnend mit SpaceX über das IPO Prime Produkt.
Bitget hat mit IPO Prime eine Plattform gestartet, die tokenisierte Exposition für private Unternehmen vor ihrem Börsengang ermöglicht. Der erste Listing betrifft SpaceX, wobei der Derivat-Token preSPAX auf der Solana-Blockchain ausgegeben wird. Dieser Token spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung von SpaceX wider, ist jedoch kein Aktieninstrument, sondern ein strukturiertes Produkt, das auf der Bewertung des Unternehmens nach dem Börsengang basiert.
Der Token wird über Republic, eine Plattform für private Markteinlagen, ausgegeben und dient als Zugang zu vorbörslichen Investitionen, die traditionell nur institutionellen Anlegern oder frühen Teilnehmern zugänglich waren. Die Ausgabe erfolgt über einen Abonnementszeitraum, in dem Nutzer stabile Coins in einen Pool einzahlen und Token proportional zur Nachfrage erhalten. Nach der Verteilung werden die Token auf Bitgets Spot-Markt gehandelt, was eine unmittelbare Liquidität für Retail-Anleger schafft.
Die rechtliche Struktur von preSPAX unterscheidet sich deutlich von direkter Eigentumsverhältnissen. Es handelt sich um einen Derivat, der keine Stimmrechte, keine Anteilscheine oder direkten Anspruch auf SpaceX-Assets gewährt. Stattdessen orientiert sich der Wert des Tokens an der Bewertung des Unternehmens bei einem möglichen Börsengang. Diese Konstruktion bricht traditionelle Lock-up-Modelle, die private Beteiligungen oft jahrelang illiquider machen.
Solana wird als Settlement-Layer genutzt, was im Kontext des wachsenden Tokenisierungssektors für reale Weltanlagen relevant ist. Die Wahl der Blockchain unterstreicht die zunehmende Rolle von Solana bei der Abwicklung von Tokenisierungsprojekten, insbesondere im Vergleich zu Ethereum. Gleichzeitig wirft die Struktur Fragen nach regulatorischer Einordnung auf, insbesondere ob solche Derivate als unregistrierte Wertpapiere eingestuft werden könnten.
Die Einführung von IPO Prime spiegelt einen Trend wider, bei dem Kryptobörsen versuchen, über traditionelle Spot- und Derivatprodukte hinauszugehen und strukturierte Expositionen anzubieten. Der Erfolg von preSPAX wird davon abhängen, wie schnell regulatorische Unsicherheiten geklärt werden können, insbesondere in Bezug auf die Einordnung durch die SEC oder vergleichbare Behörden. Bislang bleibt abzuwarten, ob dieses Modell eine echte Demokratisierung des privaten Marktes ermöglicht oder neue Risikokategorien schafft, die noch nicht ausreichend reguliert sind.