Bitcoin sank in den USA zunächst um rund vier Prozent und stabilisierte sich anschließend nahe 75.500 Dollar. Unklare Zinswege und der ausgebliebene Fortschritt im US-Regulierungsgesetz belasten die kurzfristigen Marktst...
Bitcoin steht nach dem Scheitern eines wichtigen Vorhabens zur Marktstruktur im US-Senat erneut unter Druck. Der Kurs fiel in der US-Handelsphase um rund vier Prozent, bevor er sich in der Londoner Handelszeit nahe 75.500 Dollar stabilisierte. Damit liegt Bitcoin rund zwei Prozent seit der Vorwoche und deutlich unter dem Monatsanfangsniveau von ungefähr 78.500 Dollar.
Zugleich scheiterte der Clarity Act, ein Gesetzespaket zur Klärung der Krypto-Regulierung in den USA. Die Abstimmung im Senat brachte keinen Fortschritt. Vor dem Votum hatten Händler das Gesetz als Grundlage für die Erholung des Marktes angesehen, die den Zustand seit elf Monaten hätte ablösen können. Die Kombination aus Rückschlag bei der Regulierung und unklaren Zinswegen belastet laut dem zitierten Einschätzung die kurzfristige Marktstimmung.
In den vergangenen 24 Stunden wurden mehr als 525 Millionen Dollar an Hebelpositionen auf steigende Kurse liquidiert. Diese erzwungenen Verkäufe belasten die kurzfristige Stimmung zusätzlich. Eine Erholung ist nicht ausgeschlossen, doch der Markt benötigt für eine deutliche Bewegung einen neuen, belastbaren Impuls. Solange das Zinsrisiko offen bleibt, könnte Bitcoin zwischen 72.000 und 80.000 Dollar in einer Spanne verbleiben.
Die technische Auswertung nennt 75.000 bis 75.400 Dollar als zentrale Unterstützungszone. Ein entscheidender Schlusskurs unterhalb dieses Bereichs könnte den Weg zu 72.500 Dollar eröffnen; bei stärkerem Druck wäre das Gebiet zwischen 69.000 und 66.000 Dollar relevant. Darüber liegen 78.000 bis 80.000 Dollar als Widerstand, gefolgt von einem Fibonacci-Widerstand bei ungefähr 82.793 Dollar.
Volumen und Momentum deuten laut Quelle auf Konsolidierung hin. Das Volumen ist seit dem gescheiterten Ausbruch über 82.000 Dollar zurückgegangen, während die Momentumindikatoren flach stehen. Ein Rückprall ab der Unterstützung könnte den Markt erneut auf den Test von 82.000 Dollar ausrichten, sofern sich die Befürchtungen vor Zinsanstiegen als übertrieben erweisen.
Am 16. September soll die US-Notenbank über ihre Zinsentscheidung entscheiden. Die bereits veröffentlichten Inflationsergebnisse und stark gestiegene Anleiherenditen führen dazu, dass Händler eine mögliche Erhöhung vorbereiten. Ob eine solche Erhöhung bereits eingepreist ist, bleibt laut Quelle unklar.
Pratik Kala, Portfolio Manager bei Apollo Crypto, fasste die Unsicherheit so zusammen: Solange Anleger keine größere Sicherheit über den globalen Zinsweg hätten, könnten Risikoanlagen unter Druck stehen. Diese Einschätzung steht im Mittelpunkt der aktuellen Bitcoin-Bewertung.