Ein neuer Bericht von Fidelity Digital Assets haelt fest, dass der Bitcoin zwar wie in frueheren Zyklen reagiert, ein neuerlicher Kurseinbruch bis Jahresende aber nicht ausgeschlossen ist.
Der Vermoegensverwalter Fidelity Digital Assets sieht im aktuellen Verhalten des Bitcoin zwar Parallelen zu frueheren Marktzyklen, sieht den Baermarkt jedoch nicht zwanglaeufig als beendet an. In einem neuen Bericht schreibt Chris Kuiper, Vice President of Research bei Fidelity Digital Assets, es sei zwar moeglich, dass der bereits im Juli erreichte Tiefpunkt bereits das Ende der Korrektur markiert habe. Ebenso sei es aber denkbar, dass der Kurs nochmals ruecksetzt und im November oder spaeter ein neues Tief markiert.
Kuiper verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass historische Bitcoin-Zyklen nicht praezise vier Jahre gedauert haetten und daher "nicht verlaesslich fuer das Market-Timing" seien. Damit relativiert der Analyst die verbreitete Annahme eines starren Vier-Jahres-Zyklus. Unklar bleibt im Bericht, welches Szenario Fidelity als wahrscheinlicher einstuft; der Bericht enthaelt laut Quelle keine explizite Gewichtung.
Hintergrund der Einschaetzung ist eine deutliche Kurserholung ab Mitte August. Das US-Finanzministerium hatte angekuendigt, das Volumen seiner Aufrufe zum Rueckkauf von Staatsschulzen mehr als zu verdoppeln. In der Folge stieg der Bitcoin-Kurs nach Angaben der Quelle auf knapp 81.639 US-Dollar, was einem Plus von rund 30 Prozent innerhalb von 30 Tagen entspricht. Zuvor hatte der Bitcoin im Juni und Juli bei vergleichsweise geringer Volatilitaet unter 65.000 US-Dollar gehandelt.
Das Allzeithoch des Bitcoin datiert die Quelle auf Oktober des Vorjahres mit 126.080 US-Dollar. Seither hatte der Kurs deutlich nachgegeben, bevor es ab August wieder zu einer Erholung kam. In den sozialen Medien und Teilen der Marktbeobachter hatte sich daraufhin die Einschaetzung verbreitet, der Baermarkt sei bereits vorbei. Fidelity stellt diese Schlussfolgerung ausdruecklich in Frage.
Als moeglichen Orientierungspunkt fuer die weitere Kursentwicklung nennt Kuiper den Fortgang des sogenannten Clarity Act, eines US-Gesetzentwurfs zur Marktstruktur von Kryptowerten. Befuerworter erwarten laut Bericht "groessere regulatorische Klarheit und Unterstuetzung fuer anhaltende Innovation im US-Digital-Asset- Oekosystem". US-Praesident Donald Trump hatte im August die Abgeordneten gedraengt, das lange erwartete Gesetz zur Marktstruktur von Kryptowerten voranzubringen, und den Entwurf nach einem Treffen mit Branchenvertretern im Weissen Haus als "sehr, sehr wirkungsvoll" bezeichnet. Die Krypto-Branche fordert seit langem klarere Regeln fuer den Umgang mit Bitcoin, Stablecoins und weiteren digitalen Vermoegenswerten.
Ob und in welcher Form der Clarity Act verabschiedet wird, ist derzeit offen. Der Bericht liefert hierzu keine Prognose, sondern verweist lediglich auf die Beobachtung des Gesetzgebungsprozesses als moeglichen Einflussfaktor. Auch zum konkreten Ausmass eines moeglichen weiteren Kurseinbruchs oder zu Kurszielen nimmt Fidelity in der Quelle nicht Stellung.
Insgesamt bleibt die Lage laut Bericht ambivalent: Einerseits weise das Kursmuster Aehnlichkeiten zu frueheren Zyklen auf, andererseits schliesst Fidelity einen erneuten Rücksetzer in den kommenden Monaten nicht aus. Anlegerinnen und Anleger in Oesterreich sollten die Einschaetzung als eine von mehreren moeglichen Marktanalysen lesen, nicht als Vorhersage. Weitere Daten zur historischen Performance nach aehlichen Ausgangsbedingungen nennt der Bericht nicht; unklar ist zudem, inwieweit makrooekonomische Faktoren jenseits der US-Schuldenpolitik in die Fidelity-Analyse eingeflossen sind.