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BIP110-Softfork soll Bitcoin-Daten begrenzen – Kritik am Vorhaben waechst

BIP110-Softfork soll Bitcoin-Daten begrenzen – Kritik am Vorhaben waechst

Ein Gastbeitrag kritisiert den Vorschlag BIP110, der bestimmte Bitcoin-Transaktionen per Softfork einschraenken will. Die Begruendung sei unzureichend, zudem sei das Quellenmaterial zum genauen Aenderungsumfang unvollsta...

Dies ist ein Gastbeitrag von Brandon Black. Die geaeusserten Meinungen sind ausschliesslich die des Autors und spiegeln nicht notwendigerweise die von BTC Inc. oder Bitcoin Magazine wider.

Innerhalb der kleinen Internetblase von Bitcoin X, frueher Bitcoin Twitter oder Crypto Twitter genannt, gab es im vergangenen Jahr viel Diskussionslaerm um den Vorschlag von @dathon_ohm fuer einen Reduced Data Temporary Softfork, auch bekannt als BIP110. Dem Vorschlag liegt die Idee zugrunde, dass bestimmte Bitcoin-Transaktionen die Prinzipien des Netzwerks verletzt haben, indem sie in ihre Sperr- oder Entsperr-Skripte Daten aufnahmen, die ausser ihrer reinen Bitcoin-Skript-Interpretation noch auf eine oder mehrere zusaetzliche Arten gedeutet werden koennen. Laut den Befuerwortern von BIP110 reicht die Verringerung der Nutzung dieser Transaktionen als Rechtfertigung fuer die bisher weitreichendste Bitcoin-Softfork aus, auf einem Zeitplan, der deutlich schneller ist als bei den zwei juengsten Softforks, und mit einer niedrigeren Aktivierungsschwelle.

Bitcoin ist ein offenes, zensurresistentes Hauptbuch, in das jeder Eintraege schreiben kann, wenn er bereit ist, Gebuehren zu zahlen, die Blockvorlagen-Ersteller und Miner zur Aufnahme seiner Transaktion bewegen. Der Grundwert von Bitcoin gegenueber allen anderen Hauptbuchsystemen ist dieser offene Zugang. Ohne ihn hat Bitcoins Hauptbuch keinen hoeheren Wert als die Anzeigetafel in einer Bowlingbahn. Wegen dieses grundsaetzlich offenen Zugangs wissen wir alle, dass Bitcoin von jenen genutzt wird, die wir verabscheuen. Aehnlich wie beim Prinzip der freien Meinungsaeusserung, das bedeutungslos ist, wenn es nicht auch fuer uns unliebsame Aeusserungen gilt, waere Bitcoins offener Zugang bedeutungslos, wenn er nur fuer Transaktionen gaelte, die du oder ich billigen. Daher geht der Autor davon aus, dass wir nicht in der Position sein wollen, zu pruefen, wie andere ihre Hauptbucheintraege strukturieren, genauso wenig wie wir wollen, dass sie unsere pruefen.

Befuerworter von BIP110 koennten sagen: "Sicher, aber das gilt nur fuer geldliche Eintraege! Was ist mit diesen nicht-geldlichen Eintraegen?", doch tatsaechlich gibt es eine solche Unterscheidung schlicht nicht. Jede auf Bitcoin getaetigte Transaktion erfolgt durch Erfuellung der Bedingungen eines Sperr-Skripts, um einen Eintrag im Hauptbuch zu machen, der Eingangs-Muenzen verbraucht und Ausgangs-Muenzen erzeugt. Dass die Skripte einer Transaktion groesser oder kleiner sind als jene einer anderen, ist fuer den Autor als Betreiber eines Bitcoin-Knotens oder als Nutzer irrelevant. Erstens sehe er schlicht nicht auf die Transaktionen anderer; sie gingen ihn nichts an, wie Bestellungen anderer im lokalen Cafe. Zweitens treffe sein Knoten keine solche Unterscheidung. Transaktionen seien entweder gueltig oder ungueltig, und entweder aufwandig zu validieren, wie bei einer grossen Multisig, oder guenstig zu validieren, wie bei manchen Ordinals oder OP_RETURNs.

Man koennte argumentieren, dass Bitcoin, aehnlich wie Gold, ein besseres Geldwertgut waere, wenn es nicht auch anders betrachtet werden koennte. Stellen wir uns vor, Gold koennte nicht in Industrie oder Schmuck verwendet werden! Es koennte zutreffen, dass das es als Geld besser machte. Aber genau jene Eigenschaften, die Gold zu gutem Geld machen, machen es auch in Schmuck und Industrie begehrt. Das gleiche gilt fuer Bitcoin. Dass Bitcoin jedem einen Eintrag erlaubt, wenn er die Gebuehren zahlt, bedeutet, dass wir die Vorstellung aufgeben muessen, kontrollieren zu koennen, wie jener den Eintrag betrachtet. Egal welche Beschraenkungen man auf die Struktur der Eintraege legt, es wird immer moeglich bleiben, Eintraege zu machen, die von Nicht-Bitcoin-Software anders gedeutet werden koennen. Sowohl bei Bitcoin als auch bei Gold akzeptiert man, dass andere Nutzung unvermeidlich ist. Bei Gold fuehrt das zu Verzerrungen am Markt, wenn nicht-geldliche Nachfrage steigt oder faellt. Bei Bitcoin kann das zu Phasen hoeherer Transaktionsgebuehren fuehren, wenn die Nachfrage nach begrenztem Blockraum groesser ist.

Bei Bitcoin haben wir zwei Vorteile, die Gold nicht hat. Erstens beeinflusst das Erstellen von Bitcoin-Transaktionen, die alternativ betrachtet werden koennen, den Markt fuer Bitcoin selbst nicht. Im Gegensatz zu Gold wird sehr wenig Bitcoin fuer diese Nutzungen zugewiesen. Zweitens haben wir bei Bitcoin ein Protokoll, das bereits darauf ausgelegt ist, die Kosten fuer das Validierungsnetzwerk durch solche anderen Interpretationen zu minimieren. Bitcoin begrenzt sowohl die Groesse von Bloecken als auch die Zahl der in Transaktionen nutzbaren Signaturen. Dies sind die groessten Kosten fuer validierende Knoten, und die Protokollgrenzen bestehen seit den fruehen Tagen Bitcoins, genau um Missbrauch durch hoeherfrequente oder hohe Volumen nutzende Hauptbuchzugriffe zu verhindern. Diese Grenzen haben bereits Innovationen wie das Lightning-Netzwerk, Ark, Spark, Cashu und viele weitere angestossen. Sogar der Boom an Nachfrage nach Blockraum durch diese "nicht-geldlichen" Hauptbucheintraege – ja, das klingt laecherlich – hat die Nutzung dieser Skalierungsloesungen erhoeht, die weniger Eintraege im Hauptbuch benoetigen.

Nachdem die Rechtfertigung fuer BIP110 dargelegt und vom Autor als stark mangelhaft bezeichnet wurde, blickt der Beitrag auf die vorgeschlagene Aenderung selbst. BIP110 beschraenkt die Groesse von Sperr-Skripten, begrenzt die Zahl alternativer Skripte in Taproot und macht – an dieser Stelle bricht der vorliegende Quellentext ab. Der genaue weitere Inhalt der Aenderungen sowie eine abschliessende Bewertung des Autors zum konkreten Softfork-Entwurf

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