Bill Miller IV, CEO von Miller Value Partners, bezeichnet sich als noch nie so bullisch auf Bitcoin. Seine These stuetzt auf die wachsende Kluft zwischen Marktkapitalisierung und fairem Wert ab.
Bill Miller IV, Vorsitzender und CEO der Investmentgesellschaft Miller Value Partners, hat erklärt, dass er noch nie so zuversichtlich bezueglich Bitcoin sei wie heute. Seiner Einschaetzung nach ist die Kryptowährung angesichts der sich verschlechternden globalen Fiskalsituation derzeit stärker unterbewertet als zum bisherigen Zyklus-Hoch.
Laut Miller befindet sich die Marktkapitalisierung von Bitcoin grob auf dem Niveau des letzten Zyklus-Peaks. Die fundamentalen Rahmenbedingungen haben sich seither jedoch deutlich verschlechtert. Miller nutzt ein konkretes Vergleichsmodell: Die gesamte Marktkapitalisierung von Bitcoin entspricht in seiner Analyse etwa einer Jahresrate der US-Staatsschulden. Je groesser das Defizit wird, desto groesser sei nach seiner Logik die Luecke zwischen dem aktuellen Preis und dem fairen Wert.
Miller erlaeutert sein Konzept der Kapitalregierungschaft (Capital Governance). Er betrachtet Bitcoin dabei nicht als klassisches Asset, das bewertet werden soll, sondern als Nenner fuer Kapital. In diesem Rahmen erhoeht eine steigende Schuldendynamik den Wert des Nenners und veraendert damit die Relation zum gesamten Kapital.
Darueber hinaus erortert Miller die Ueberperformance von Gold im Vergleich zu Bitcoin. Er fuehrt dies auf einen nach seiner Einschaetzung noch nicht ueberwundenen Narrations-Rueckstand zurueck. Weitere Themen, die in der Auseinandersetzung behandelt wurden, sind die Rotation im KI-Aktiensektor, die globale Liquiditaetsverlagerung aus Japan sowie die Entwicklung der US-Treasuries. Auf die Geldpolitik der US-Notenbank mit einer Anhebung um 25 Basispunkte, Energiepreise und Inflation ging Miller ebenfalls ein. Zum Thema Stabilitaet betonte er die Bedeutung von Einwanderungspolitik, Rechtsstaatlichkeit und Prozessstabilitaet fuer Kapitalanleger.
Ein zentrales offenes Thema bleibt laut Miller die Frage, warum US-Unternehmen der Verschuldung theoretisch schneller entkommen koennen als Fonds, die weiterhin keine Bitcoin-Positionen halten duerfen. Zudem beschrieb er Bitcoin als einen Nenner fuer Kapital, der nicht durch Gewalt gestuetzt wird. Die in diesem Interview geaussagten Ansichten spiegeln die persoenliche Einschaetzung des Interviewpartners wider und stellen keine Anlageberatung dar.